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Zu viele Hotelbetten in Berlin
Nicht wirklich neu, aber anscheinend immer schwieriger wird die Situation der Hotels und Pensionen in Berlin. Der Berliner Hotelmarkt gerät immer mehr unter Druck. Betreiber von Hotels und Pensionen in der Hauptstadt befürchten einen Verdrängungswettbewerb durch immer neue Hotelbauvorhaben, wodurch immer mehr Überkapazitäten entstehen. Besonders kleinen Pensionen und inhabergeführten, kleinen Hotels droht das Aus.
Wie der Tagesspiegel berichtet hat der Berliner Hotel- und Gaststättenverband seine Wachstumsprognose bis Ende 2010 deutlich nach unten korrigiert. Zwar würden, lt. Chef der Berliner Tourismus Marketing Gesellschaft (BTM), Burkhard Kieker, wohl ein paar der vielen geplanten Investitionen auf Grund Finanz- und Wirtschaftskrise ein- oder zurückgestellt, trotzdem werde sich die Zahl der Hotelbetten bis Ende 2011 um ca. 13 000 auf insgesamt 120 000 erhöhen.
Dieser Zuwachs stellt vor allem für die kleinen Pensionen und die mittelständischen Hotels eine Existenzbedrohung dar. Um wirtschaftlich zu arbeiten, müssten 2,1 Millionen zusätzliche Übernachtungen generiert werden, wie der Hotelbesitzer Michael Zehden von Albeck & Zehden Hotels, meint. „Das ist unmöglich.“ Die Folge sei, dass Pensionen in den Kiezen aussterben werden.
In diesem Jahr 2009 wird der Umsatz der Hotels und Pensionen in Berlin um ca. 10 bis 20 Prozent im Vergleich zu 2008 sinken. Die Gästezahlen sind in den letzten Jahren zwar konstant gestiegen, durch die überproportionale Zunahme der Hotelzimmer sind jedoch Überkapazitäten aufgebaut worden, die zu einem Verfall der Zimmerpreise geführt haben.
Die Situation der Hotels und Pensionen in Berlin, aber auch im Rest von Deutschland, ist schwierig
In den letztenb 10 Jahren hat sich die Zahl der Hotelbetten in Berlin von 54.000 auf 108000 verdoppelt. Die Zahl der der Touristen ist zwar auch gestiegen, aber natürlich nicht um 100%. Den Rest erledigt die Wirtschaftskrise, die speziell in den Luxushotels, die Zahl der Übernachtungen von Geschäftsreisenden stark zurückgehen ließ. Speziell in den Luxushotels stehen nun eine große Zahl an Zimmern leer. Lt. offiziellen Statistiken lag die durchschnittliche Auslastung der Berliner Hotels und Pensionen im ersten Halbjahr bei gerade einmal 47%. Das erste Halbjahr ist zwar das schwächere, aber trotz alledem ist dieser Wert absolut nicht befriedigend und schon gar nicht gewinnbringend.
Die großen Hotels und Ketten haben nun an der Preisschraube gedreht und überschwemmen die Markt teilweise mit Dumpingpreisen. Wer, laut einem Bericht der Berliner Morgenpost vom 13. September 2009, im Fünf-Sterne-Hotel „Palace“ am 7.11.2009 absteigt bezahlt für das Doppelzimmer nur 99 Euro. Das auch noch inkl. Frühstück, welches bei zwei Personen normalerweise mit 58 Euro zu Buche schlägt. Bleibt also, nach Abzug des Frühstücks, rein rechnerisch ein Zimmerpreis von 41 Euro. Das sind schon fast Jugendherbergspreise. Ähnlich sieht es auch in anderen Hotels aus. >>>
Aller Beteuerungen großen Hotels zum Trotz, dass man auf keinen Fall die Preise kaputt machen und sein Produkt durch Dumpingpreise entwerten will, halten diese Versprechungen nie lange an. Einen wunderbaren Artikel zu diesem Thema hat der Journalist und Chefredakteur der der Zeitschrift "Hotel & Technik", Knut Maria Siebrasse in der Ausgabe 04/09 im Editorial unter der Überschrift "Ausgerechnet Willy Weiland" veröffentlicht.
Die Krise ist angekommen in der Berliner Hotellerie
Mai 2009
Als erstes hat es nun die Berliner Luxushotels getroffen. Im Berliner Hotel Adlon z. B. ist die Auslastung im Vergleich zum Vorjahr stark eingebrochen. Lag die Durchschnittliche Auslastung im Vorjahr noch bei 55%, liegt sie in diesem Jahr bei 40%, teilweise sogar darunter.
Neben Dumpingpreisen in einigen Häusern, wie schon im Interview auf der Stratseite mit John Wallis, erwähnt, wird nun auch versucht die Kosten in den Griff zu bekommen. So schickt das Hotel Adlon seine Angestellten in Zwangsurlaub, verzichtet auf Einstellungen und verschiebt Investitionen ins nächste Jahr. Sprechen tut niemand gerne darüber aber die Zeichen sind deutlich.
Im Radisson SAS in Berlin Mitte an der Karl-Liebknecht-Straße werden freie Stellen nicht besetzt und das Restaurant im Untergeschoss geschlossen. Im InterConti wurde ein Einstellungsstop verhängt, im Hotel Maritim an der Stauffenbergstraße in Berlin Tiergarten wurden Zeitverträge nicht verlängert. Auch der Direktor des Hotel de Rome bestätigt einen Rückgang der Buchungen um ca. sechs Prozent und einen geringern durchschnittlich erzielten Zimmerpreis. Das Hyatt am Potsdamer Platz vermeldete einen Buchungsrückgang von fünf Prozent und ein Minus beim Umsatz von ca. 10 Prozent.
Willy Weiland, der Präsident des Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga), gab gegenüber der Berliner Morgenpost zu, dass der April 2009 für die 5-Sterne-Hotels ein Katastrophe war.
Zu den zurückgehenden Übernachtungspreise gesellt sich nun langsam auch der Preiskampf.
Der Preisdruck ist groß und die ersten Luxushotels haben dem schon nachgegeben. So verramschen (anders kann man das nicht nennen) die ersten Häuser im Fünf-Sterne-Bereich ihre Zimmer für 100 Euro pro Nacht. Letztlich schneiden sie sich damit ins eigene Fleisch, denn die großen Firmen beginnen nun ihre Konditionen und Verträge neu zu verhandeln um diese zu ihren Gunsten zu verbessern. Klar: Wer einen Vertrag hat über 150 Euro pro Nacht, sieht natürlich gar nicht ein diesen Preis zu bezahlen, wenn die Zimmer aktuell für 100 Euro verramscht werden.
Als Gewinner in der Krise fühlen sich momentan Hostels und Budget-Hotels im sogenannten Ein- bis Drei-Sterne-Bereich. Sie profitieren vor allem vom kostenbewussten Buchungsverhalten. Immer mehr Touristen und auch Geschäftsleute entscheiden sich für eine Übernachtung in einem Hotel oder Pension der unteren Kategorie und machen Abstriche beim Service. In den Meininger Hostels liegt die Auslastung mit 80% immer noch weit über dem Berliner Durchschnitt von 60%.
Das dies aber u. U. sehr kurzfristig gedacht sein könnte wird wohl verdrängt.
Denn wenn es das 5-Sterne-Zimmer schon für 100 Euro gibt, wird sich der Preisdruck nach unten zwangsläufig fortsetzten. Denn wer zahlt 120 Euro im 4-Sterne-Hotel, wenn er im 5-Sterne-Hotel für 100 Euro übernachten kann? Also wird das 4-Sterne-Hotel seine Preise senken müssen und der Druck setzt sich nach unten auf die 1- und 3-Sterne Häuser fort. Dann wird einigen die sich jetzt noch freuen möglicherweise das Lachen schnell vergehen.
So schnell wird auch keine Besserung auf dem Beherbergungsmarkt erwartet. Denn die Anzahl der Übernachtungen ist rückläufig (-1,9 Prozent), und immer mehr und mehr neue Hotels werden gebaut. Der Berliner Hotelmarkt leidet schon heute mit seinen ca. 99.000 Betten in 667 Hotels und Pensionen in Berlin längst an einem Überangebot. Trotzdem werden in nächster Zeit noch weiter 50 Hotels eröffnen. Um allen Hotels und Pensionen das Überleben zu sichern müsste die Zahl der Übernachtungen von derzeit 17 Millionen auf 25 Millionen steigen, was allerdings nicht sehr wahrscheinlich ist.
Die ersten die pleite gehen und vom Markt verschwinden werden sind die kleinen und mittleren, Inhaber geführten Hotels und Pensionen. Denn einen Preiskampf und Verluste über mehr als ein bis zwei Jahre überleben diese Betriebe nicht. Im Vergleich dazu gibt es Luxushotels in Berlin, die noch NIE auch nur einen Cent verdient haben. So hat z. B. das Hotel Adlon noch nie mehr als gerade mal die Miete verdient.
Berlin bei Touristen nach wie vor beliebt.
Berlins oberste Tourismus-Werber geben sich optimistisch, weil Berlin im internationalen Vergleich als preiswert gilt.
Deshalb sind die Auswirkungen der Finanzkrise noch nicht beim Berliner Tourismus angekommen. Hanns Peter Nerger, der GeFü der Berlin Tourismus Marketing GmbH (BTM), gab sich am 17.12. auf seiner letzten Prssekonferenz vor seinem Abschied nach 15 Jahren als Chef der BTM, optimistisch: „Ich glaube, die Stadt wird im Vergleich zu anderen Metropolen mit einem blauen Auge davonkommen“!
Von Januar bis Oktober besuchten ca. 6,5 Millionen Besucher Berlin, was ein Plus von mehr als 4,3 Prozent gegenüber 2007 ist. Die BTM rechnet mit 17,5 Millionen Übernachtungen für das Jahr 2008. In 2007 waren es 17,28 Millionen.
In Berlin gibt es mittlerweile fast 100 000 Betten und von den 50 geplanten Hotels werden wohl „ungefähr die Hälfte“ realisiert werden. Zunehmender Beliebtheit erfreut sich der Kongresstourismus mit inzwischen fast 100.000 Veranstaltungen und über 6,6 Millionen Teilnehmern pro Jahr.
Noch mehr Hotels in Berlin - Am Hauptbahnhof Berlin entstehen fünf weitere Hotels und Konferenzzentren.
Nun ist die Entescheidung gefallen und am Hauptbahnhof werden auf den Brachflächen nördlich und südlich am Europaplatz und am Washingtonplatz in der nächten Zeit fünf Hotels mit mehr als 1.700 Zimmern und zwie Konferenzzentren gebaut werden.
Ein Zwei-Sterne-Haus mit 300 Zimmern soll, mit Baubeginn im Oktober, den Anfang machen. Danach sollen noch Hotels mit drei, vier und fünf Sternen folgen. Ballsäle für 2.000 Gäste und Konfernezräume für 3.500 Gäste sollen entstehen. Mehrere Architekturbüros haben jetzt den Auftrag, die Häuser zu entwerfen. Bis zum Jahresende will Vivico (einer der Investoren) auch die Verträge mit den Hotelbetreibern unterzeichnet haben.
Probleme und Schwächephase im Berlin-Tourismus
Nach den stetigen und im Jahr 2007 zweistelligen Zuwächsen muss die Hauptstadt Berlin nun mit geringeren Zuwächsen bei Berlin Besuchern und Berlin Übernachtungen auskommen. Besonders der Inlands-Tourismus wächst nicht mehr.
Es gebe eine "leichte Durchhängephase", sagte der Geschäftsführer der Berlin Tourismus Marketing GmbH, Hanns Peter Nerger, bei der Vorstellung der neuesten Tourismus Zahlen in Berlin. Von dem prognostizierten Zuwachs von 5% bei den Übernachtungen für das Tourismus Jahr 2008 ist man "noch weit entfernt". Aufgrund der deutlichen Zuwächse in den vergangenen Jahren sei das Ergebnis für ihn "enttäuschend".
Nach Angaben des Landesamtes für Statistik Berlin-Brandenburg wurden in den ersten sechs Monaten des Jahres 3,68 Millionen Gäste in den Berliner Hotels und Pensionen in Berlin gezählt. Das entspricht lediglich einem Plus von 2,4 %. Die Touristen verbrachten insgesamt 8,2 Millionen Nächte in der Stadt, womit die Zahl der Übernachtungen um 1,9 % stieg.
(20.8.2008)
Konsolidierung "auf sehr hohem Niveau"
Nach zweistelligen Wachstumsraten in den vergangenen Jahren sei dies eine Konsolidierung "auf sehr hohem Niveau", sagte Ulrike Rockmann vom Vorstand des Amtes für Statistik. Damit liege Berlin im Bundestrend.
Besonders populär war die Metropole den Angaben zufolge bei den internationalen Gästen. In der ersten Jahreshälfte nächtigten rund 1,26 Millionen Besucher aus aller Welt 3,2 Millionen Mal in den Herbergen der Stadt. Hier konnten deutliche Zuwächse von 5,8 Prozent beziehungsweise 5,7 Prozent verzeichnet werden. Im Durchschnitt blieben die Gäste 2,5 Tage. Zu dieser positiven Entwicklung trugen vor allem Besucher aus Europa bei. Die Zahl der Besucher aus Deutschland stagnierte dagegen
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